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Autor
Unruh, Eli

Fische im Trüben

Untertitel
Roman. Nominiert für den Leipziger Buchpreis 2026 Sparte Belletristik
Beschreibung

Ursprünglich gründeten Mennoniten aus Westpreußen Ende des 18. Jahrhunderts auf Einladung der Zarin Katharina der Großen deutsche Kolonien im Russischen Zarenreich, vor allem im Gebiet der heutigen Ukraine, entlang des Flusses Molotschna und auf der Krim. Sie bekamen Land, Autonomie und Religionsfreiheit zugesichert. Bis Ende 1917 blieben die Männer von der Wehrpflicht befreit, da der Dienst an der Waffe gegen ihre religiöse Überzeugung verstoßen hätte.
Mit der Februarrevolution endete auch die Erfolgsgeschichte der deutschen Siedler. Im darauffolgenden Bürgerkrieg mussten viele Mennoniten fliehen, verloren Land und Besitz. Unter Stalin endete die Religionsfreiheit, Kirchen und Schulen wurden geschlossen, Gemeinden enteignet und aufgelöst.

Später, nach dem deutschen Überfall 1941 auf die Sowjetunion, wurden die Familien »hinter den Ural«, nach Sibirien oder Nordkasachstan deportiert; viele verhungerten, viele wurden als »Verräter« hingerichtet. Die deutsche Sprache wurde verboten.

Erst unter Chruschtschow wurden die Deutschen rehabilitiert. Wer überlebt hatte, konnte Sibirien verlassen und sich in Kasachstan oder Kirgisien niederlassen. Dort lebten die Mennoniten mit anderen deutschen Siedlern, mit Russen, Kirgisen oder Tschetschenen zusammen, besuchten die gleichen Schulen und sprachen Russisch – blieben aber weiterhin als »Feinde« stigmatisiert.
(Verlagstext)

Verlag
Transit Verlag, 2025
Format
Gebunden
Seiten
200 Seiten
ISBN/EAN
978-3-88747-420-1
Preis
24,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Elli Unruh, 1987 in Georgijewka (Kasachstan) geboren, wuchs in Süddeutschland auf. Nach ihrem Studium zur Bibliothekarin arbeitet sie in der Sammlungserschließung einer Spezialbibliothek für Litera­tur. Für die Fertigstellung ­ihres ersten Romans Fische im Trüben erhielt sie eine ­Förde­rung der Kunststiftung sowie des Förderkreises für Schriftsteller:innen in Baden-Würrtemberg.
Sie lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

Der Debütroman ist nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026.