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Autor
Bong, Jörg

Die Flamme der Freiheit

Untertitel
Die deutsche Revolution 1848/1849. Verfasst mit Simon Elson
Beschreibung

Ausgehend vom Sieg des französischen Volkes über die Herrschaftsgewalt seines Monarchen schlug der revolutionäre Funke zunächst nach Karlsruhe über – und verbreitete sich bald wie ein Lauffeuer im gesamtdeutschen Raum. Doch die Demokratie, und damit der Traum von Freiheit, wollte hart erkämpft werden.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Kiepenheuer & Witsch, 2022
Format
Gebunden
Seiten
560 Seiten
ISBN/EAN
978-3-462-00313-0
Preis
29,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Jörg Bong, geboren 1966, promovierter Literaturwissenschaftler, Autor, freier Publizist sowie ehemaliger Verleger des S. Fischer Verlags (bis 2019). Schrieb unter anderem für die FAZ, DIE ZEIT und den SPIEGEL. Unter dem Namen Jean-Luc Bannalec veröffentlicht er Kriminalromane. Zuletzt Herausgeber des Buches »57 Interventionen für die Kultur« zusammen mit Marion Ackermann, Gesine Schwan und Carsten Brosda. Simon Elson (redaktionelle Mitarbeit), geboren 1980, lebt als freier Autor in Berlin. Buchveröffentlichungen: »Der Kunstkenner. Max J. Friedländer« und »Die Macht der Stille« über den dänischen Landschaftsmaler Janus la Cour.

Zum Buch:

Es beginnt in Baden. Ende Februar 1848 findet sich im Pariser Hof in Karlsruhe eine Schar frustrierter demokratisch gesinnter Oppositioneller ein, um ihrer Unzufriedenheit gegenüber den Liberalen Luft zu machen. Deren allzu laxe Haltung im Kampf gegen den herrschenden Despotismus stößt auch in der breiten Öffentlichkeit auf wenig Verständnis. Denn es steht schlimm um Deutschland: trotz Massenarbeitslosigkeit, Hungersnöten und der in den Armenvierteln grassierenden Cholera sieht sich die Obrigkeit nicht ansatzweise zu Reformen bereit. Demokratisches Denken, so der bald achtzigjährige Fürst von Metternich, sei ohnehin ein zutiefst undeutsches Phänomen.

Mitten hinein in die angespannte Atmosphäre am Pariser Hof platzt die Meldung, Louis Philipp, König der Franzosen, habe abgedankt und das Volk die Zweite Republik ausgerufen. Vielstimmiges Jubelgeschrei entlädt sich, man fällt sich gegenseitig vor Freude in die Arme. Jetzt, da der Funke einmal übergesprungen ist, gibt es kein Halten mehr. Hastig werden Tische freigeräumt, Papier und Tinte herbeigeschafft. Forderungen müssen her, handfeste Forderungen. Und dann nichts wie raus auf die Straße. Jetzt wird Revolution gemacht!

Doch auch wenn bald, nachdem der erste Rausch verflogen ist, die Bewegung zunächst ins Stocken gerät, kann sie auch nicht mehr durch Metternichs aufgepflanzte Bajonette zurück in ihre Schranken gewiesen werden. Das Volk begehrt auf. Der Wille zu Demokratie und Freiheit ist und bleibt ungebrochen.

Mit präzisem Blick für die historischen Zusammenhänge und einem geradezu bodenlosen Füllhorn an unglaublichen, aber wahren Anekdoten erzählt Jörg Bong nicht nur von der Geburtsstunde der Demokratie in Deutschland, er lässt auch etliche junge Denkerinnen und Denker zu Wort kommen, die, heute größtenteils dem Gedächtnis entschwunden, dennoch als Wegbereiter des gesellschaftlichen Umbruchs von 1848 angesehen werden müssen.

Axel Vits, Köln