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Autor
Zamoyski, Adam

1815 - Napoleons Sturz und der Wiener Kongress

Untertitel
Aus dem Englischen von Ruth Keen und Erhard Stölting
Beschreibung

Geheime Aufzeichnungen, Briefe, Kurznotizen, Tagebücher, Sitzungsprotokolle, aus sechs Fremdsprachen übersetzt: das sind die Quellen, aus denen der Bestsellerautor in seinem neuen Buch schöpft. Die historische Darstellung der Zeit von 1812 bis in die 1860er liest sich wie ein Agentenroman, der auch von den erotischen Avancen der Beteiligten Delikates und nicht minder Weltbewegendes zu erzählen weiß.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Verlag C.H.Beck, 2014
Format
Gebunden
Seiten
704 Seiten
ISBN/EAN
978-3-406-67123-4
Preis
29,95 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Graf Adam Zamoyski, geb. 1949 in New York, ist Autor und Historiker. Er lebt in London. 1812 erschien in acht Sprachen ebenso wie seine Chopin-Biographie.

Zum Buch:

Geheime Aufzeichnungen, Briefe, Kurznotizen, Tagebücher, Sitzungsprotokolle, aus sechs Fremdsprachen übersetzt: das sind die Quellen, aus denen der Bestsellerautor in seinem neuen Buch schöpft. Die historische Darstellung der Zeit von 1812 bis in die 1860er liest sich wie ein Agentenroman, der auch von den erotischen Avancen der Beteiligten Delikates und nicht minder Weltbewegendes zu erzählen weiß.

In der Nacht des 18. Dezember 1812 kehrt Napoleon vom gescheiterten Russlandfeldzug in die Tuilerien zurück. Mit dieser Szene, die einem historischen Roman entsprungen sein könnte, beginnt Zamoyskis Sachbuch. In den nächsten Kapiteln werden die diplomatischen Größen und ihre Entourage vorgestellt, in deren Händen Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts liegt: Zar Alexander, hin- und her gerissen zwischen seinen freiheitlichen Idealen und den Anforderungen der russischen Staatsräson; der preußische König Friedrich Wilhelm III., der sich aus Angst vor der russischen Militärmacht von Napoleon abwendet und mit dem Zaren verbündet; der machiavellistische Fürst Metternich, Außenminister Österreichs, der in Großbritannien Verbündete für den Frieden in Europa sucht, den er nur im Gleichgewicht von Frankreich und Russland gewährleistet sieht; drei britische Diplomaten mit militärischem Hintergrund, von Vertretern anderer Nationen spöttisch “die englische Dreifaltigkeit” genannt, die Anfang 1814 von Lord Castlereagh, dem Außenminister, abgelöst werden. Eine nicht zu unterschätzende Rolle im Verhandlungsverlauf spielen die Geliebten der jeweiligen Fadenzieher – hier sei nur Wilhelmine von Biron erwähnt, die Metternich die Bühne für seinen großen Auftritt in der europäischen Politik bereitet. Unmerklich geht die Exposition der Handlungsträger in die Darstellung des historischen Geschehens über: Das diplomatische Geschacher um Europa hat begonnen.

Graf Zamoyski hat die Gabe, Leserinnen und Leser unmittelbar in die Zeit zu versetzen, über die er schreibt. Seine facettenreiche und detaillierte Darstellung der Ereignisse basiert auf einer unglaublichen Quellenkunde. Die spannendsten, außergewöhnlichsten gibt er an sein Publikum weiter. So wird die Lektüre zu einer Zeitreise: Man findet sich – quasi als getarnter Spion – in Dresden, Gitschin, Châtillon, Paris, Verona und auch in Wien in bester Gesellschaft wieder.

Susanne Rikl, München