Kinder und Jugendbücher

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Buchempfehlungen Kinder und Jugendbücher

Autor
Enquist, Per Olov

Großvater und die Schmuggler

Untertitel
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt, illustriert von Leonard Erlbruch. Ab 10 Jahre
Beschreibung

Wer den ersten Band des Kinder-Abenteuer-Romans von Per Olov Enquist „Großvater und die Wölfe“ gelesen (oder vorgelesen) hat, ahnt es schon: „Großvater und die Schmuggler“ ist spannend, traurig und manchmal sehr komisch. Der Grund dafür ist einfach: Per Olov Enquist treibt keine Scherze mit seinen Lesern, auch dann nicht, wenn es richtig ernst wird.

Verlag
Hanser Verlag, 2011
Format
Gebunden
Seiten
160 Seiten
ISBN/EAN
978-3-446-23659-2
Preis
12,90 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Per Olov Enquist, 1934 in einem Dorf im Norden Schwedens geboren, lebt in Stockholm. Nach dem Studium arbeitete er als Theater- und Literaturkritiker. Er zählt heute zu den bedeutendsten Autoren Schwedens.

Zum Buch:

Wer den ersten Band des Kinder-Abenteuer-Romans von Per Olov Enquist „Großvater und die Wölfe“ gelesen (oder vorgelesen) hat, ahnt es schon: „Großvater und die Schmuggler“ ist spannend, traurig und manchmal sehr komisch. Der Grund dafür ist einfach: Per Olov Enquist treibt keine Scherze mit seinen Lesern, auch dann nicht, wenn es richtig ernst wird.

Vieles ist anders als im ersten Buch, auch wenn es wieder um eine Expedition geht, die Großvater und seine Enkel unternehmen, und vieles ist gleich. Drei Jahre liegt die erste Unternehmung zurück. Die Kinder sind größer geworden, der Großvater gebrechlicher. Damals hatte Großvater, den einer der Enkel P. O. nennt, sich auf dem nebeligen, nassen Dreihöhlenberg das Bein gebrochen. Mut, Solidarität und die kluge Hündin Mischa hatten die Gruppe gerettet. Diesmal ist es schlimmer: statt eines Knochenbruchs ist es jetzt ein krankes Herz, frisch operiert und alles andere als leistungsfähig.

Härter geworden ist auch das Verbrechen, in das sie bei ihrer Expedition verwickelt werden. Das ist, vielleicht noch nicht einmal thematisch, sicher aber in seiner Umsetzung, ungewöhnlich für ein Kinderbuch: Es geht um Drogenschmuggel, in den die Abenteurer hineinschlittern, weil Großvater eine unkorrekte Karte gezeichnet hat, weil alle neugierig sind, weil sie die Zeit vor drei Jahren unbedingt noch einmal erleben möchten, weil es „falsche“ Polizisten gibt. – Das Zusammenspiel von „erwachsenen“ Elementen und „Kindererleben“ zeichnet das Buch aus. „Erwachsen“ ist wohl der selbstironische Spott über die Linken der 1970er Jahre, die großartige Reflexion über das charakterbildende Gleichmaß beim Rudern, die Melancholie oder die angedeuteten Erinnerungen des Großvaters an seine Kindheit bei der strenggläubigen Mutter. Im Mittelpunkt aber steht die Expedition. Und da gibt es Marcus, der eine besondere Verbindung zu Tieren hat und ihre Botschaften übersetzen kann, und Mina, die im Ernstfall die Verantwortung für alle übernimmt und Gabriel, den Kleinen, der blitzschnell lernt, Drogenschmuggler mit einer Schusswaffe in Schach zu halten.

Als Fazit bleibt: sehr lesenswert, sehr ungewöhnlich und nebenbei: ein bezauberndes Sommerferien-Schweden-Buch, versinkt doch die Sonne am langgezogenen See Vällen jede Nacht über dem norwegischen Ufer, um dann „unbeschädigt über Schweden“ wieder aufzugehen.

Claudia Biester, Offenbach am Main