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Orca

Autor
Gänsler, Franziska

Orca

Untertitel
Roman
Beschreibung

Auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2026

An einem heißen Sommertag treffen sich Cora und Olympia, im vorgeschriebenen Abstand und mit Maske, in der Schlange vor dem Supermarkt wieder. Als Kinder hatten sie sich aus den Augen verloren, aber jetzt ist es so, als wären sie nie getrennt gewesen. Die Freundinnen verbringen einen unvergesslichen Sommer im „Elson-Haus“ mitten im Reichenviertel. Bis „die Anderen“ kommen, täglich mehr, Klimaaktivist*innen, bei denen die Diskussionen immer hitziger werden: Wie weit darf und soll man gehen angesichts eines ausblutenden Planeten und der sich zuspitzenden Klimakrise?

Franziska Gänsler ist es in ihrem packenden neuen Roman Orca gelungen, den zutiefst menschlichen Wunsch nach Zugehörigkeit mit den großen Themen Klassismus, Klimawandel und globaler Ungerechtigkeit so zu verknüpfen, dass man das Buch nicht mehr weglegen kann, bevor es ausgelesen ist. Klare Leseempfehlung als bestes und ungemein passendes Buch dieses heißen Sommers!

(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Kein & Aber, 2026
Seiten
368
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-0369-5099-0
Preis
25,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Franziska Gänslers Debütroman Ewig Sommer erschien 2022. Er wurde in diverse Sprachen übersetzt, für das Theater adaptiert und mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 2025 war die englischsprachige Ausgabe ein New York Times Editor’s Pick. Nach Wie Inseln im Licht (2024) erscheint mit Orca ihr dritter Roman.
Franziska Gänsler lebt in Augsburg und Berlin.

Zum Buch:

Dass Coras Leben mal ganz anders ausgesehen hat, als regelmäßige Schichten an der Fleischtheke zu absolvieren und das Supermarktradio in Dauerschleife zu ertragen, ahnt kaum jemand in ihrem Umfeld. Und fast hätte sie es auch geschafft, zu verdrängen, was damals passierte, in dieser Nacht, als sie, Ariel und Olympia…

In ihrem neuen Roman Orca entfaltet Franziska Gänsler die Geschichte zweier Freundinnen vor dem Hintergrund immer heißer werdender Sommer, den Auswirkungen des Klimawandelns und auch den Folgen, die die Pandemie auf Menschen hatte.

An einem heißen Sommertag, aufgereiht in einer Schlange, mit Masken und im vorgeschriebenen Abstand zueinander, treffen sich Cora und Olympia wieder. Als Kinder hatten sie sich aus den Augen verloren und jetzt ist es ein bisschen, als wären sie nie voneinander getrennt gewesen. Sie erzählen einander von ihren Familien, wie diese mit Lockdown, beengten Räumen und drohender Ansteckung umgehen und davon, was in ihrem Leben in der Zwischenzeit los war. Olympia hat einen Putzjob im Reichenviertel, und zusammen verbringen die Freundinnen einen gelösten Sommer im luxuriösen „Elson-Haus“, dessen Besitzer nie da ist und der Olympia alle Anweisungen bezüglich des Hauses immer nur schriftlich zukommen lässt. Bis er ihr eines Tages überraschend kündigt.

Cora, die ein Stipendium auf einer Eliteschule hat und ihre Ferientage bislang im Internet mit der Suche nach Replica-Produkten verbracht hatte, um zwischen ihren reichen Klassenkameradinnen nicht allzu sehr aufzufallen, taucht seit dem Wiedersehen mit Olympia in deren Welt ein, beobachtet aufmerksam, wie ihre Freundin sich kleidet, bewegt, wie sie spricht, vapt und trainiert. Der Wunsch nach Zugehörigkeit ist allgegenwärtig und verstärkt sich weiter, als im Haus nicht nur der Besitzer Elson, sondern auch andere Menschen auftauchen, viele von ihnen verletzt, als der Wald, den sie besetzt hatten, geräumt wurde. Unter ihnen auch Ariel, etwas älter als Cora und Olympia und jetzt die Dritte im Bunde, die eher kritisch auf Cora blickt, weil diese mit viel Lernen und Anstrengung das Ziel verfolgt, ein gutes Abitur zu machen und zu studieren.
Über Wochen formiert sich im Elson-Haus eine Gruppe von Klimaaktivist*innen, und die Gespräche drehen sich intensiv immer wieder um das, was Aktivismus in Zeiten des Klimawandels bedeuten kann. Elson legt Vorräte an, zeigt den Jüngeren, wie man Gemüse anbaut, sich mithilfe des Gartens selbst versorgt, wie im Notfall Wasser gereinigt wird und was Resilienz während des nahenden Klimakollapses bedeutet. Bei anderen in der Gruppe geht es zunehmend darum, den zerstörerischen Kräften von rücksichtslosen Superreichen mehr als lauten Protest entgegenzusetzen. Wie weit darf und soll man gehen angesichts eines ausblutenden Planeten und der sich zuspitzenden Klimakrise?

Franziska Gänsler ist es gelungen, die differenzierte Beschreibung des zutiefst menschlichen Wunsches nach Schutz und Zugehörigkeit mit den großen Themen Klassismus, Klimawandel und globaler Ungerechtigkeit auf so spannende Art und Weise zu verknüpfen, dass man Orca nicht weglegen kann, bevor man das Buch ausgelesen hat. Klare Leseempfehlung als bestes und ungemein passendes Buch dieses heißen Sommers!

Larissa Siebicke, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt