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Unvollkommen. Eine andere Geschichte der Evolution

Autor
Pievani, Telmo

Unvollkommen. Eine andere Geschichte der Evolution

Untertitel
Eine neue Sichtweise auf Erdgeschichte und uns Menschen. Aus dem Italienischen von Felix Mayer
Beschreibung

In seinem vor verblüffenden Erkenntnissen strotzenden Buch legt Telmo Pievani dar, dass die Geschichte der Evolution eine lange Abfolge von Anomalien ist und die Natur keine Projekte plant, sondern vielmehr fortwährend nach Lösungen sucht. Und dass ihr dabei hin und wieder Fehler unterlaufen, sie also unvollkommen bleiben „muss“, nimmt sie billigend in Kauf.

(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Reclam Verlag, 2026
Seiten
203
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-15-011567-1
Preis
25,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Telmo Pievani, geboren 1970, ist Professor für Philosophie und Wissenschaft der Evolution an der Universität von Padua und Autor zahlreicher bahnbrechender interdisziplinärer Veröffentlichungen, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.

Felix Mayer, geboren 1970, übersetzt Literatur und Sachbücher aus dem Französischen, Englischen und Italienischen, unter anderem Werke von Pascal Garnier, Gašper Kralj und Edward Ashton.

Zum Buch:

Mark Twain sagte einmal, dass nichts umsonst erschaffen wurde, die Fliege jedoch nicht weit davon entfernt sei.

Heute geht man allgemein davon aus, dass jenes „Erschaffen“ vor rund 18 Milliarden Jahren mit dem Urknall begonnen hat. Doch wenn man bedenkt, dass eine winzige Anomalie ausschlaggebend war – erst hat ein Atom seine Flugbahn geändert, ist darauf in einer Milliardstelsekunde mit einem anderen Atom zusammengestoßen, was eine Kettenreaktion ausgelöst hat –, dann ist der Gedanke nicht weit, dass das alles auch hätte völlig anders kommen können.

Und genau darüber hat Telmo Pievani, Professor für Philosophie und Wissenschaft, ein vor verblüffenden Erkenntnissen strotzendes Buch geschrieben, dessen Lektüre den Leser mit jeder Seite in weiteres Staunen und Grübeln versetzt.

Er geht dabei von der These aus, dass die Evolution seit jeher dem Gesetz der Unvollkommenheit unterlag, dass sie auf ihrer Reise nichts plant, sondern stets nach neuen Lösungen sucht – und daher unvollkommen bleiben muss. Evolution, so schreibt Pievani, ist die „Nutzbarmachung des Möglichen“, für deren Erfolg jedoch nicht garantiert wird. Er gibt hierfür Dutzende Beispiele an, angefangen vom Schnabeltier, dass Fell und Flossen besitzt, über Biene, die beim Zustechen sterben muss, bis zu den menschlichen Ohrläppchen oder unserem Steißbein, die zu nichts taugen. Oder eben der lästigen Fliege.

Axel Vits, Köln