
Diese Gedichte sind keine Antworten, sie sind Räume. Sie sind entstanden nicht aus dem Wunsch, etwas zu erklären, sondern aus der Notwendigkeit, et- was auszuhalten. Jeder Text ist ein Innehalten, ein vor- sichtiges Öffnen, ein Schritt nach innen, dorthin, wo Worte oft zu groß und das Schweigen zu schwer wird. 13 Innenräume ist kein Weg nach vorn, sondern eine Bewegung nach unten, zur eigenen Tiefe, zu dem Ort, an dem wir uns selbst begegnen, ohne Schutz, ohne Rolle, ohne Publikum. Die Innenräume, von denen hier die Rede ist, sind keine abgeschlossenen Kammern. Sie sind durchlässig, brüchig, manchmal dunkel, manchmal überraschend hell. In ihnen liegt Erinnerung neben Gegenwart, Angst neben Demut, Feuer neben Stille. Sie verändern sich, sobald man sie betritt. Man- che öffnen sich nur für einen Atemzug, andere bleiben lange verschlossen und zeigen erst spät, was sie ber- gen. Diese Gedichte sind nicht chronologisch, nicht logisch, nicht linear. Sie folgen keiner äußeren Ord- nung. Ihre Ordnung ist eine innere. Sie entsteht aus Bewegung, aus Stillstand, aus dem wiederholten Ver- such, sich selbst näherzukommen, ohne sich festzule- gen. Wer diese Texte liest, muss nichts verstehen wol- len. Es genügt, anwesend zu sein, zuzuhören, auszuhalten, vielleicht wiederzuerkennen.