
Lucrecia Martel gehört zu den prägendsten weiblichen Stimmen des gegenwärtigen internationalen Kinos. Ihre Filme sezieren mit präzisem Blick koloniale Nachwirkungen in der Gesellschaft Argentiniens und fordern zugleich filmische Wahrnehmungs-muster heraus. Als zentrale Regisseurin des "Nuevo Cine Argentino" steht Martel seit den ausgehenden 1990er Jahren für eine ästhetische wie politische Neuverhandlung des argentinischen Films. Dieser Band widmet sich nicht nur Martels fünf Langfilmen, sondern auch ihrem Kurzfilmschaffen und öffnet so den Blick für die ästhetischen Querverbindungen in ihrem Werk. Als erste umfassende Publikation in deutscher Sprache versammelt er nicht nur filmanalytische, sondern auch geschichtspolitische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Martels Kino.